Product Review – Bragi The Dash True Wireless Earphones

Bragi The Dash

Bragi The Dash – nur teuer oder auch gut?

Ich durfte kürzlich ein paar Bragi The Dash Earphones testen. Das freute mich besonders, denn tatsächlich war ich gerade auf der Suche nach ein paar kabellosen Ohrenstöpseln, die verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen hatten:

  1. Da ich die Teile gerne zum Sport anziehen möchte, müssen Sie wasserdicht bzw. mindestens wasserfest sein
  2. Die Akkus sollten möglichst lange halten
  3. Sie sollten möglichst fest, aber auch bequem im Ohr sitzen
  4. Sie sollten möglichst flach sein und nicht weit über das Ohr hinaus reichen, da ich sie auch gerne zum Motorradfahren unter den Helm anziehen möchte, damit ich die Ansagen vom Navi hören kann

Alles in allem sind das Anforderungen, bei denen die meisten Earphones schon die Segel streichen müssen. Ich muss vorausschicken, dass ich in den vergangenen Monaten schon einige wireless Earphones aus den verschiedensten Preisklassen ausprobiert habe. Bisher konnte mich keines davon überzeugen.

Nun ja, ich war also sehr gespannt, was mich bei Bragi erwarten würde.

Was sind die „Bragi Earplugs“ eigentlich?

Die Bragis sind schnurlose Kopfhörer, die per Bluetooth mit einem Device deiner Wahl (Handy, Navi, …) verbunden werden können. Soweit eigentlich nichts, was einen vom Hocker reißt. Nun haben die Bragi Earplugs aber – angeblich – noch einige Besonderheiten zu bieten: Sie besitzen eine ganze Menge von Sensoren, mit denen du z.B. deine sportlichen Aktivitäten aufzeichnen kannst – ohne Smartphone. Sie dienen außerdem als headset beim Telefonieren und du kannst jede Menge Musik drauf laden. Und – last but not least – die Akkus halten wirklich sehr lange (bis zu 4 Stunden im Dauerbetrieb!) und – und das ist wirklich super – du brauchst keine Hände mehr, um die Kopfhörer zu bedienen. Sie werden per Kopfbewegung gesteuert. Das ist echt witzig – und das Beste daran ist – es funktioniert wirklich. Ach, eine Kleinigkeit habe ich noch vergessen: Die Teile sitzen wirklich gut und auch auf Dauer schmerzfrei im Ohr, haben einen tollen Sound und das Case hat einen eigenen Akku, mit dem die Plugs unterwegs bis zu 3 x vollständig geladen werden können!

Design und Steuerung

Bragi The Dash Earphones - VorderseiteRein optisch unterscheiden sich die Bragi Kopfhörer nicht völlig von anderen Kopfhörern. Sie sind weder viel größer noch ist das Design absolut atemberaubend. Aber das müssen sie auch nicht.
Das Einsetzen funktioniert bei mir relativ problemlos. Ich setze sie am Ohr an und drehe sie leicht, damit sie den richtigen Sitz im Ohrkanal finden. Das geht schnell und die Bragis sitzen wirklich gut, ohne allzu sehr zu wackeln. Sobald ich die beiden richtig im Ohr habe, melden sie sich per kurzer Nachricht einsatzbereit.

Allerdings in Englisch. Das ist jetzt für mich nicht schlimm, kann aber für nicht Englisch sprechende Menschen ein Problem sein.
Die Bedienung soll ja größtenteils per Gestik erfolgen können. Bei der Einrichtung wird das auch direkt getestet – und es funktioniert tatsächlich.
Mit folgenden Gesten werden die Headphones gesteuert:

Musik

  • Kopfschütteln: springt zum nächsten Song

Telefon

  • Nicken: Ankommenden Anruf annehmen
  • Kopfschütteln: Ankommenden Anruf ablehnen

Menü

  • Nach Anleitung durch das gesamte Menü navigieren

Das Menü öffnet man übrigens durch folgende Gestik:

  • geradeaus schauen
  • nach unten schauen
  • geradeaus schauen und auf das erste Signal warten
  • wenn das erste Signal gekommen ist, ein wenig nach oben schauen und auf das zweite Signal warten
  • wenn das zweite Signal gekommen ist, wieder geradeaus schauen

Hört sich vielleicht etwas seltsam an, aber das funktioniert und ist beim Sport oder wenn man gerade die Hände voll hat, wirklich recht praktisch.

Zudem verfügt das Bragi-Paar über eine Stimmerkennung und kann auch verschiedene gesprochene Befehle verstehen und umsetzen.

Und – last, but not least – lassen sich die Earphones auch über tippen und wischen mit den Fingern bedienen.

Batterie und Lademöglichkeiten

Bragi The Dash Earphones - mit CaseWenn die Earphones nicht im Gebrauch sind, liegen sie normalerweise im Case. Und dort werden sie automatisch geladen. Bragi hat in seinem Case eine kleine Powerbank verbaut, die die Kopfhörer bis zu 3 x vollständig aufladen kann. Tolle Idee und wirklich praktisch, wenn man mal unterwegs ist. Nachteil: Das Case ist nicht gerade klein und beult im Zweifelsfall die Hosentasche ziemlich aus.
Da es kein separates Ladekabel gibt, müssen die beiden immer über das Case geladen werden, welches selbst über ein Mikro-USB-Kabel geladen werden kann.

Die Laufzeit der Akkus wird von Bragi mit 6 Stunden bei dauerhaftem Musikhören angegeben. Tatsächlich liegt die Laufzeit eher bei 5 Stunden, wenn man noch ein kurzes Telefonat führt. Alles in allem dennoch eine für mich ausreichende Leistung.

Soundqualität

Um es kurz zu machen: Die Soundqualität ist erstaunlich gut. Man hat sogar eine leichte Anmutung von Bass, was für solch kleine Ohrstöpsel wirklich ungewöhnlich ist. Wichtig ist allerdings ein korrekter Sitz und die Auswahl der richtigen Größe für die Ohrstöpsel, damit die Qualität nicht verloren geht.

Sind die Bragi The Dash Earphones ihren Preis wert?

Ganz billig sind die Teilchen ja nun wirklich nicht, allerdings bekommt man auch wirklich innovative Earphones für sein Geld. Es läuft natürlich auch bei den Bragis nicht alles rund. Die Einrichtung selbst verlief relativ unkompliziert, man muss eine App auf dem Smartphone installieren und dieses per Bluetooth mit den Bragis verbinden. Hat gut geklappt. Allerdings sprechen die beiden noch immer nur Englisch. Die Lösung: ein Update, welches sich die Bragis eigentlich automatisch über das Smartphone aus dem Internet ziehen sollten. DAS allerdings hat nun gar nicht funktioniert. Auch nach 5 Versuchen konnte weder ein fälliges Update noch die deutsche Sprachvariante heruntergeladen bzw. installiert werden. Das musste ich letztlich selbst über den PC machen. Die nötigen Dateien herunterladen und per USB (über das Case) auf die Bragis spielen. Auch hier waren 2 Versuche nötig, aber das hat schließlich geklappt und am Ende waren beide Earphones auf dem aktuellen Softwarestand und sprachen Deutsch.

Nervig? Ja. Aber ansonsten begeistern mich die beiden wirklich. Die Bedienung – ob nur über Gesten, Sprache oder Tippen und Wischen – funktioniert erstaunlich gut. Die Laufzeit ist kaum zu toppen und die Soundqualität ist super. Das automatische Tracking verschiedener Sportarten braucht ab und zu auch etwas Unterstützung, was mich aber nicht stört, da ich meine sportlichen Aktivitäten über das Handy bzw. meine Smartwatch tracke. Und dass ausreichend Speicherplatz für eine ordentliche Playlist auf den Bragis zur Verfügung steht und ich das Handy nicht mehr immer mit mir schleppen muss, finde ich genial.

Mein Fazit: Ich bereue den Kauf nicht. Das liegt aber daran, dass die Bragi Buds einige Features haben, die mir wichtig sind:

  • lange Akkulaufzeit
  • Speicherplatz für Songs, damit das Handy nicht immer mit muss
  • guter Sound
  • Gestensteuerung, da ich häufig mit dem Rad unterwegs bin und meine Hände am Lenker brauche

Wem diese Punkte nicht so wichtig sind, der findet bestimmt auch günstigere Alternativen wie z.B. die Sol Republic Amps Air oder die Motorola VerveOnes+